• Zielgruppen
  • Suche
 

Schacht Konrad

Im Sommer dieses Jahres luden die FdGH ihre Mitglieder zu einer Tagesexkursion zum Schacht Konrad ein. Dieses stillgelegte Eisenerzbergwerk im Stadtgebiet Salzgitter wird derzeit unter Leitung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zu einem Endlager für schwach-radioaktive Abfälle umgebaut. Los ging's für die 14-köpfige Exkursionsgruppe am 25.7. morgens um 6:45 vor dem Hauptgebäude der Uni Hannover. Mit einem kleinen Reisebus wurden die Teilnehmer entspannt zur Informationsstelle INFO KONRAD in Salzgitter-Lebenstedt gefahren. Dort gab es um 8:30 eine ca. 1- stündige Einführung durch Herrn Günther Schacht (kein Scherz!) vom BfS in die Themen Endlagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland im Allgemeinen und das zukünftige Endlager Konrad im Speziellen. Aufgrund ihrer günstigen Geologie wurde die Schachtanlage, nachdem die Eisenerzförderung wegen Unrentabilität eingestellt wurde, bereits 1976 auf ihre Eignung als mögliches Endlager für Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung hin untersucht. Das Eisenerzvorkommen, das vor etwa 150 Millionen Jahren (Oberjura) entstand und sich heute in einer Tiefe von 1300 bis 800 Metern befindet, hat eine Mächtigkeit von 12 bis 18 Metern. Entscheidend ist aber die darüberliegende natürliche Barriere in Form von Ton- und Mergelschichten der Unterkreide, die mit einer Mächtigkeit von bis zu 400 Metern die Grube gegen Grundwasser abdichtet. Diese machen Konrad zu einer für ein Eisenerzbergwerk so außergewöhnlich trockenen Grube und somit auch zu einem geeigneten Endlager für radioaktive Abfälle. Im Frühjahr 1989 wurde der Plan, Konrad zu einem Endlager für radioaktive Abfälle umzurüsten, beim Niedersächsischen Umweltministerium eingereicht. Es dauerte dann 13 Jahre bis das Land Niedersachsen den Planfeststellungsbeschluss für Konrad erteilte − die Zulässigkeit des Vorhabens wurde somit festgestellt. Es folgten Klagen von Kommunen, Landkreisen, Kirchen und Privatpersonen, die jedoch letztlich abgewiesen wurden, und 2007 wurde schließlich der Planfeststellungsbeschluss gerichtlich bestätigt. Seitdem wird Konrad unter Leitung des BfS zu einem Endlager umgerüstet. Dieser Umbau soll bis 2022 abgeschlossen sein (Quelle: www.endlager-konrad.de). Während der Einführungsveranstaltung in der Infostelle hatten die Exkursionsteilnehmer auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen (beispielsweise warum der radioaktive Abfall im Endlager Konrad nicht-rückholbar eingelagert werden soll), welche ausführlich von Herrn Schacht beantwortet wurden.
Nach dieser sehr informativen Einführung ging es dann mit dem Bus zur Schachtanlage Konrad in Salzgitter-Bleckenstedt, wo eine Vorbesprechung für die Schachtbefahrung sowie eine Sicherheitsunterweisung erfolgte. Außerdem stand Umziehen auf dem Programm: alle mussten/durften in die durchaus bequeme Grubenkleidung schlüpfen. Und dann ging es mittels Seilfahrt mit 4 m/s in 1000 Meter Tiefe, wo es zwischen 28°C und 36°C warm ist. Untertage wurde die Führung der Exkursionsgruppe durch Herrn Johannes Schneider und Herrn Torsten Bolte, einem ehemaligen Doktoranden am Institut für Mineralogie der LUH, übernommen. In offenen Jeeps wurde die Exkursionsgruppe dann in einige Bereiche des enorm großen Grubengebäudes des ehemaligen Erzbergwerks gefahren. Erster "Exkursionspunkt" war eine Teilschnittmaschine (Abb. 1), die verwendet wird, um die benötigten Einlagerungskammern für die radioaktiven Abfälle aufzufahren. Danach konnte die Werkstatt besichtigt werden, wo beispielweise Transportfahrzeuge und die sehr imposanten Radlader (Abb. 2) repariert werden. Dritter Stopp der Tour war der "Besucherraum", wo den Teilnehmern bei einem kühlen Getränk erläutert wurde, welche Strecken im Grubengebäude soeben befahren wurden und wie die Geologie rund um Schacht Konrad aussieht. Am letzten Exkursionspunkt konnte eine sogenannte Entladekammer am Beginn einer Einlagerungskammer besichtigt werden. Die Seilfahrt zurück zur Erdoberfläche gestaltete sich dann etwas langwierig (genauer gesagt: die Zeit vor der Fahrt), letztlich kehrten aber alle gesund und sicherlich beeindruckt ans Tageslicht zurück. Passend zur Mittagszeit gab es dann im Besucherraum übertage eine leckere Kartoffelsuppe und ein paar Informationen von Torsten Bolte über seine Arbeit als Geologe am Schacht Konrad.
Besonderer Dank gilt nach dieser gelungenen Exkursion natürlich dem Team von INFO KONRAD und den "Guides" im Grubengebäude sowie dem Organisator auf Seiten der FdGH, Martin Erdmann. Glück auf!